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Wochenmarkt: Um die Bevölkerung besser zu ver-sorgen und um den Kleinhändlern bessere Verkaufs-möglichkeiten zu verschaffen, werden 1884 in Parchim Wochenmärkte eingeführt Anfangs setzt sich das Marktleben nicht so recht durch; aber später erfreut es sich allgemeiner Beliebtheit Auf dem Wochenmarkt bieten seinerzeit vor allem einheimische Händler, Gärt-ner und Landleute aus der Umgebung ihre Waren und Erzeugnisse an. Für Kleinhändler und Gärtner ist der Wochenmarkt eine gute Verkaufsmöglichkeit, da sie meistens kein besonderes Ladengeschäft betreiben. | ||
| Die transportablen Verkaufsstände auf dem Markt sind recht einfach. Sie bestehen oft nur aus einer Holzplatte, die auf einem Handwagen oder zwei geeigneten Gestellen (Böcken) liegt; darauf werden dann die Handelswaren ausgebreitet. Die Landleute verkaufen von ihren Pferdefuhrwerken herab. Manches angebotene Erzeugnis, wie zum Beispiel Butter; kann man auch probieren, ob es auch schmeckt. (Einige Marktbesucher sollen bei allen Verkaufständen probiert und dann nichts gekauft haben.) In den Zeitungen, die mittags erscheinen, wird immer berichtet, wie sich die Preise auf dem Wochenmarkt "gestellt" haben. Alter Markt | |||
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Marktbericht in der Zeitung |
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![]() Partie im Wockertal - Ansichtskarte um 1925 |
Wocker und Wockersee: Der Bach Wocker kommt aus dem Darzer Moor, fließt durch das Wockertal und mündet in den nördlichen Wockersee. (Einen Abfluß hat der See durch den Papiermacher-graben.) Der Wockersee hat eine Fläche von etwa 62 Hektar und seine größte Tiefe beträgt knapp 7 Meter. Bei einer Wanderung um den See legt man annähernd 4 Kilometer zurück. Der See erscheint Mitte des 14. Jahrhunderts zum Beispiel als wokense im städtischen Schriftverkehr. M. Cordesius schreibt 1670:...nach | ||
| Norden hat sie (die Stadt) einen stattlichen See/ nicht weit vorm Thor/ der Wuchen-See genand." Kleine Wiese Ökelname Papiermachergraben | |||
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| Wockerstraße: Benennung der Straße, die von der Lindenstraße aus zum ehemaligen Wockertor, dem nördlichen Stadtausgang, führt. Die Wockerstraße ist mit diesem Namen schon in dem Stadtplan von 1828/29 eingezeichnet. | |||
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| Wockertor: Der nördliche Zugang zur Stadt ist früher das Wockertor. Dieses mittelalterliche Bauwerk ist seinerzeit, wie die beiden anderen Parchimer Stadttore, ein Doppeltor. Das äußere Wockertor ist wohl um die Wende zum vorigen Jahrhundert baufällig geworden, und nun wird das gesamte Tor, nicht ohne den Widerspruch einiger Parchimer, abgebrochen. Ein neues Wockertor entsteht 1805 als klassizistisches Bauwerk in Ziegelbauweise mit einem Feldsteinsockel. Durch den rechten Eingang kann man - auf der Fotografie - zwei runde Säulen des westlichen Torhauses sehen. Das östliche Torhaus brennt 1883 ab, und bald darauf wird das ganze Tor abgerissen. Kreuztor | |||
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| Wockertorvorstadt: Die Bebauung der Straßen dieser Vorstadt erfolgt seit den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts in schneller Folge. Das gilt besonders für die Lübzer Straße und für die Wallallee (früher Wallstraße). In der Schweriner Straße beginnt etwa ein Jahrzehnt später eine rege Bautätigkeit. Um 1900 sind diese drei Straßen dann weitgehend mit Wohnhäusern bebaut. Kreuztorvorstadt | |||
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Wossidlostraße: Seit 1934 die Benennung der Straße, die vom Am Bostenberg nach Süden ab-zweigt. Richard Wossidlo (1859-1939) ist ein erfolgreicher Erforscher der mecklenburgischen Volkskunde und der Begründer des Mecklenburgischen Wörterbuches; er veröffentlicht u. a. mehr-ere Sammlungen von mecklenburgischen Volksüberlieferungen (Sagen, Gebräuche, Rätsel usw.) |
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Wüstes Feld:
Heide-
oder Wüstes Feld |
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Wüstungsring um Parchim:
Insbesondere während des 13. und 14. Jahrhunderts vergrößern die
Parchimer ihre Feldmark. indem sie umliegende Dörfer aufkaufen und
deren Äcker, Wiesen, Weiden und Wälder zum städtischen Gebiet legen,
denn diese Flächen sind für die Stadt die Grundlage ihrer
wirtschaftlichen Entwicklung und Stärke. Durch die Bestellung der
Äcker, Nutzung der Wiesen und Weiden und die Verwertung der Wälder und
Gewässer wird die Ernährung der Bewohner der Stadt gesichert, und
außerdem wird durch den Grund und Boden die Möglichkeit geschaffen,
Waren wie Korn, Hopfen, Bier, Tuche und Vieh zu erzeugen und
auszuführen. Von den gelegten oder "wüst" gemachten Dörfern
zeugen bis in die Gegenwart teilweise noch Flurnamen, Tonscherben und
alte Kulturpflanzen. So entsteht damals um Parchim ein Wüstungsring von
annähernd 13 bis 15 Kilometern, der heute noch zu erkennen ist. Denn in
diesem Gebiet bleibt früher keine Ortschaft - mit Ausnahme des
ritterschaftlichen Dorfes Möderitz - bestehen. (Andere Ortschaften in
diesem Umkreis sind Gründungen aus späterer Zeit.) Seit früher Zeit
beträgt der Abstand zwischen den Dörfern in unserer Gegend bis heute
sonst immer etwa 2 bis 3 Kilometer, wie beispielsweise bei
Gr. Godems-Karrenzin-Wulfsahl-Ziegendorf oder
Bergrade-Zieslübbe-Domsühl-Severin-Friedrichsruhe.
Kämmereidörfer
Parchimer Feldmark
Stellung Parchims unter den mecklenburgischen Städten |
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