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| Stellung Parchims unter den mecklenburgischen Städten: Die Stadt Parchim, vertreten durch ihre "Rathmannen" nimmt seit dem Anfang des 14. Jahrhunderts eine herausgehobene Stellung unter den Städten im Lande ein. Sie ist um die Wende zum 14. Jahrhundert jahrzehntelang der Sitz eines Landesfürsten. So ist Parchim Mitträger von Bürgschaften bei Verträgen des Landesfürsten. Das Ansehen der Stadt ergibt sich damals auch aus ihrer wirtschaftlichen Stärke. Diese entsteht zum großen Teil aus der umfangreichen städtischen Feldmark; denn mit dem, was auf den Feldern und Wiesen geerntet, in den Wäldern und auf den Weiden an Vieh herangezogen und dann verarbeitet wird, kann gehandelt werden. Auch die Lage an der schiffbaren Elde und einer nordsüdlich ver-laufenden Landhandelsstraße begünstigen das wirtschaftliche Leben der Stadt. Die Möglichkeiten Parchims zeigen sich auch in einer landesfürstlichen Festlegung von 1351 über die Anzahl von Gewappneten, die die einzelnen Städte im Falle eines Landfriedensbruches zu stellen haben. Für diese Aufgabe haben die Seestädte Rostock 60 und Wismar 40 Männer auszurüsten. Parchim als einzige Landstadt hat ebenfalls 40 Männer auszurüsten; alle anderen Städte im Lande haben nach dieser Festlegung weniger Männer zu stellen. Oder etwa 150 Jahre später, 1506 beim Krieg gegen Lübeck, stellt Parchim mit 400 Mann mehr Gewappnete als alle anderen mecklenburgischen Städte, Rostock ausgenommen. Parchim tritt auch als Wortführer bei der Wahrung der Rechte der Städte gegenüber der landesherrlichen Obrigkeit auf. Aus dieser Rolle ergibt sich die Stellung Parchims als Vorderstadt des mecklenburgischen Kreises. Kämmereidörfer Kreise-landständische Einteilung Parchimer Feldmark Vorderstädte Wüstungsring | |||
| Sternberger Chaussee: Diese Chaussee, heute Landesstraße Nr.16, die über Mestlin nach Sternberg führt, wird 1868/71 gebaut. | |||
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![]() Das Großherzogliche Steueramt - Ansichtskarte um 1900 |
Steueramt:
Das Gebäude des Großherzoglichen
Steueramtes wird Ende der 90er Jahre am Moltke-platz errichtet. Vorher
befindet sich das Steueramt auf dem Bahnhof. Heute wird das Haus von der
Stadt-verwaltung genutzt. Stiftstraße: Diese Straße verbindet die Linden- mit der Neuen Mauerstraße. Sie erscheint 1891 im Adreßbuch. In dieser Straße wird 1887 das Gebäude des Marienstiftes errichtet; für dessen Bau hat auch die derzeitige Großherzogin Marie einen Betrag ge- |
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| spendet Diese Einrichtung ist aus einer seit 1845bestehenden, durch Spenden unterhaltene, "Kleinkinder-Bewahr-Anstalt" entstanden. Hier werden seinerzeit die Kinder "von Tagelöhnern, die ihre Kinder ohne gehörige Aufsicht lassen müssen" betreut. Beim Ausheben der Baugrube für das Stiftgebäude werden alte Mauerteile freigelegt, von denen man damals vermutet, daß sie zum Fundament des ehemaligen Palas im Fürstenhofe gehören. Auch heute befindet sich in diesem Haus ein Kindergarten. Die Straße heißt von etwa 1946 bis 1990 Straße der Freundschaft und dann wieder Stiftstraße. | |||
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| Straßenschilder: Im April 1869 wird auf einer Sitzung von Rat und Bürgerschaft die auf etwa 100 Taler veranschlagte Erneuerung der Straßenbezeichnungen in der Stadt als "nicht ersprießlich" erachtet und daher abgelehnt. Die Straßennamen werden zu dieser Zeit im täglichen Leben der Stadt auch kaum beachtet. Wenn zum Beispiel ein Parchimer in der Zeitung ankündigt, daß er etwas verkaufen will, so zeigt er seine Wohnung - wenn er glaubt, daß diese nicht hinlänglich bekannt ist - nicht mit der Straße und Hausnummer an, sondern er gibt die betreffende Kavel an, in der er wohnt. Oder aber er beschreibt seine Wohnung etwa so: "Ich wohne im Hause des Schneiders Meier". (Und dessen Haus müsse doch wohl jeder Parchimer kennen!) Die Straßennamen und Hausnummern bekommen dann in den letzten beiden Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts eine größere Bedeutung und um 1900 werden nun neue Straßenschilder und Hausnummern angebracht. Es sind die weißblauen Emailleschilder, die in unserem Jahrzehnt teilweise durch schwarzweiße Schilder ersetzt werden. Blechschilder Hausnummern | |||
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![]() Der Ziegenmarkt mit der Pflasterung um 1900 |
Straßenpflaster: Für die Pflasterung beim Rathaus und vor dem Kreuztor sind 1539 Geldmittel für die "sten brugger" (Steinsetzer) im Kämmereiregister vor-gesehen. Aus noch recht früher Zeit könnte das Pflaster vor der St. Georgenkirche auf der Rathaus-seite stammen, man hat hier den Eindruck, daß die Steine nicht eigens ausgesucht und gar nicht oder wenig behauen sind. Der Chronist F. J. Chr. Cleemann berichtet, daß Anfang des vorigen Jahrhunderts das Pflaster in mehreren Hauptstraßen | ||
| und auf dem Alten Markt erneuert wird. Eine vor 1874 angefertigte fotografische Aufnahme von der Heidestraße, deren damalige Pflasterung vermutlich vom Anfang des Jahrhunderts stammt, zeigt, daß sie aus Feldsteinen besteht, die nun alle roh behauen sind aber in der Verlegung eine gewisse Ordnung zeigen. Die Fahrbahn hat eine gewisse Wölbung, und Rinnsteine begrenzen die Fußgängerwege auf beiden Straßenseiten. Fotografische Aufnahmen von anderen Straßen aus den 80er Jahren zeigen das gleiche Aussehen. Um die Jahrhundertwende werden dann - wie auf dem Ziegenmarkt - die Fußgängerwege mit glatten Steinen, meistens Klinkern, belegt. In dieser Form, mit "Katzenköpfen" auf dem Fahrweg und mit Klinkern auf dem Fußgängerweg, zeigen sich bis in die Gegenwart einige Straßen in der Stadt. Dieses gilt u. a. für die Flörkestraße und einen Abschnitt der Fichtestraße. Seit dem ersten Jahrzehnt unseres Jahrhunderts werden dann nacheinander in den wichtigsten Straßen die Fahrbahnen mit formgerecht behauenen Steinen gepflastert. Diese meistens rötlichen Granitsteine gehören heute noch zum allgemeinen Straßenbild. | |||
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| Südring: Seit 1945 die Benennung der Straße, die mit einem großen Bogen vom Anfang des Buch-holzes in annähernd westöstlicher Richtung über die Elde bis zum Ziegeleiweg verläuft. Die Häuser hier werden im wesentlichen in der zweiten Hälfte der 30er Jahre errichtet. Vor 1945 hat der Abschnitt vom Buchholz bis zur Brunnenstraße die Benennung Hermann-Löns-Straße und der Abschnitt von der Brunnenstraße weiter westlich, der damals noch nicht über die Elde führt, die Benennung Dietrich-Eckart-Straße. | |||
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Die ehemalige Synagoge auf dem Grundstück hinter dem Wohnhaus Rosenstraße Nr. 42- siehe Pfeil |
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| Synagoge: Die neue Synagoge auf einem Grundstück in der Nähe Rosen- Ecke-Bauhofstraße wird 1823 eingeweiht. Es ist ein zweistöckes Fachwerkgebäude mit einem Walmdach; zur Straßenseite hin ist im Dach ein so genanntes Ochsenauge vorhanden. Der Chronist W. L. Icke berichtet, daß die Einweihung mit vieler Feierlichkeit durch einen aus Hamburg berufenen Prediger erfolgte. Die Synagoge wird 1938 zerstört. Tempelstraße | |||
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