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Landessuperintendentur: Der
Chronist M. Cordesius berichtet 1670:"... hat Hertzog Heinrich etwa
Anno 1536 letzlich Ehren Johann Riebling... von Luthero aus Wittenburg
beruffen/ und zum Superintendenten hierher gesetzet." Riebling ist
dann bis zu seinem Ableben 1554 alleiniger Super-intendent in
Mecklenburg; sein Wohnsitz ist Parchim. Gebäude der Landessuperintendentur Riebling |
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| Landstraßen: Als Landstraßen werden früher in unserer Gegend alle unbefestigten Frachtfahrwege bezeichnet. So haben sich Flurnamen wie Alte Spornitzer Landstraße und Alte Goldberger Land-straße erhalten. Heute werden im allgemeinen Sprachgebrauch vielfach Straßen oder Chausseen so genannt, die nicht die Bedeutung einer Bundesstraße haben. Von Parchim aus verlaufen mehrere dieser Straßen. Es sind entweder Landesstraßen ( nach Damm und Siggelkow/Meyenburg Nr. 09, nach Ziegendorf Nr. 083 und nach Mestlin/Sternberg Nr. 16) oder Kreisstraßen (nach Dargelütz Nr.18, nach Paarsch Nr. 21 und nach Kiekindemark Nr.58). Früher, als Pferdefuhrwerke noch ein wichtiges Transportmittel sind, haben diese Straßen neben der festen Fahrbahn in der Regel noch einen unbefestigten Land= oder Sommerweg. Dieser wird damals bei trockener Witterung von den Kutschern gerne benutzt, weil hier die Hufe der Pferde geschont werden. Chausseen | |||
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| Land- und Hofgericht: Hof- und Landgericht | |||
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Landsturm-Bataillon von 1813/14: Im Zusammenhang mit der Erhebung gegen die napoleon-ische Fremdherrschaft wird 1813 in Parchim ein Landsturm-Bataillon aufgestellt. In den Parchimer Kaveln werden die geeigneten Männer erfaßt, und in jeder Kavel werden auch zwei Unteroffiziere gewählt. Seit dem Juni des Jahres tritt das Bataillon sonntags nach dem Gottesdienst unter Leitung des Gymnasial-Direktors Wehnert zu Übungen zusammen. Diese finden meist auf dem Dantzfeld, einem Gelände vor dem Kreuztor, statt. Als Anfang August befürchtet wird, daß französische Truppen Parchim wieder besetzen werden, wird ein Teil der Landsturmmänner zum aktiven Dienst aufgeboten. Diese Landsturmmänner begleiten Verpflegungstransporte und bewachen Magazine und Gefangene. Am 14. Oktober rückt das Parchimer Landsturm-Bataillon nach Schwerin aus. Die Männer sind mit Piken bewaffnet, sie haben schwarze Kragen an ihren Blusen und ein gelbes Kreuz am linken Ärmel. In Schwerin erhalten die Landsturmmänner Gewehre und das Bataillon eine Fahne. Bis Anfang Dezember wird hier noch exerziert, und dann wird das Bataillon nach Bergedorf zur Verstärkung des Belagerungsringes um Hamburg verlegt. Ende März 1814 rückt das Bataillon wieder in Parchim ein; es hat an Kampfhandlungen nicht teilgenommen. Im April wird es aufgelöst. Das Grab des letzten Parchimer Veteranen an den Kriegshandlungen von 1812/15, Christian Heinrich Voß (1793-1878), auf dem Alten Friedhof, steht unter Denkmalschutz. Der Tuchmacher Voß ist seinerzeit Landsturmmann in der 1. Kompanie des Parchimer Bataillons. Im Mecklen-burgischen Staatskalender von 1863 wird er als Torschreiber beim Kreuztor aufgeführt. |
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Landwehr: Große Teile der Parchimer Feldmark werden etwa seit der Mitte des 14. Jahrhunderts durch Landwehren geschützt; sie sind der äußere Ring der mittelalterlichen Stadtverteidigungsanlagen. Die Landwehren bestehen im allgemeinen aus einem aufgeschütteten Erdwall, der mit dichtem, oft dornigem, Gebüsch bewachsen ist; beiden Seiten des Walles sind Gräben vorgelagert, die auch den Erd-boden für die Aufschüttungen lieferten. Besonders gefährdete Stellen der Landwehren, zum Beispiel Durchgänge für eine Landstraße, werden teilweise durch besondere Wehranlagen zusätzlich gesichert. So | ||
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eine Wehranlage ist mit dem Fangelturm bis in
unsere Zeit erhalten geblieben. Die Landwehren verhindern weitgehend,
daß die wertvollen städtischen Viehherden, die auf die
Weidemöglichkeiten der Feldmark angewiesen sind, von Raubrittern und
anderem Diebesgesindel fortgetrieben werden. Denn bevor
die Viehherde eine Landwehr mit den Gräben und dem Wall mit dem dichten
Gestrüpp überwinden kann, sind die zahlenmäßig überlegenen
Parchimer zur Stelle, um ihr Eigentum zu sichern. Diese Wehranlagen sind
in den Zeiten des 14. und 15. Jahrhunderts, in denen es im Lande kaum
eine gesetzliche Ordnung gibt, ein wirksamer Schutz. Eine Landwehr - in
ihrem heutigen Zustand - überquert die B 191, wenn man von Parchim
kommt, etwa einen Kilometer vor Spornitz. Fangelturm |
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Lange Brücke: Auf einer Zeichnung von Parchim, die vor 1690 angefertigt wird, ist die Lange Brücke mit ihren Pfeilern deutlich zu sehen. Sie stellt hier die Verbindung zwischen der Straße Auf dem Brook und dem Gang hinter dem nördlichen Abschnitt der Stadt-mauer her; dieser Gang wird dann seit dem vorigen Jahrhundert mit den Häusern der Neuen Mauerstraße bebaut. Die Brücke überquert die Elde, nachdem sich sie beiden Flußarme, die das Stadt-gebiet durch-fließen, wieder vereinigt haben. Neustadt Parchim | ||
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