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Kiekindemark: Der
Wartturm Kiekindemark (Guck in die Mark) ist wohl im 14. Jahrhundert als
Beobachtungsposten gegen die märkischen Raubritter auf einer Anhöhe
der südlichen Parchimer Feldmark errichtet worden. Eine Zeichnung, die
um 1600 entstanden ist, läßt den Turm als eine Fachwerkkonstruktion mit
einem Kegeldach auf einem massiven Unterbau vermuten. (Der aus Feldsteinen
bestehende untere Teil des Fundamentes wurde 1931 freigelegt.)
Wahrscheinlich schon zu früherer Zeiterrichtete die Stadt in der Nähe des Turmes einen größeren Bauernhof, zu dem
Teile der Felder gelegt wurden, die vorher zu untergegangenen
Dörfern in dieser Gegend gehörten. Jahrhundertelang ist dieser
Bauernhof dann ein Streitobjekt zwischen der Stadt und dem fürstlichen
Amt Neustadt. Es wurde nämlich befürchtet, daß der Viehbesatz des
Hofes das hier liegende Jagdgebiet des Landesherren schädigt. Im
Februar 1922 beschließt die Stadtverordnetenversammlung die
Eingemeindung Kiekindemarks. |
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![]() Kinoanzeige von 1915 |
Kino - Lichtspieltheater: Im Laufe der Jahrzehnte gibt es in Parchim vier Lichtspieltheater. Im Adreß-buch von 1914 werden das Olympia - Theater in der Langen Straße Nr 47 und das Lichtspiel-Theater in der Lindenstraße Nr.37 angezeigt. Die folgenden Jahre überlebt nur das Olympia-Theater, das noch heute unter dem Namen Schauburg besteht. Die Lichtspiele - Zentralhalle haben 1927 nur ein kurzes Dasein. Auf dem Alten Markt wird 1929 in einem Textilwarenhaus ein Kino eingerichtet, das unter ver-schiedenen Namen - zuerst U. T. (für Universum- | ||
| Theater) dann Capitol und Theater der Freundschaft bis
in die 50er Jahre besteht. Die Kino-programme werden mehrmals durch
Zeitungsanzeigen bekannt gemacht. Die Besitzer der Licht-spieltheater
führen damals erbitterte Auseinandersetzungen, um Besucher für ihre
Einrichtungen zu gewinnen. Diese erfolgen meistens in den Zeitungen unter
der Rubrik "Eingesandtes", für deren Inhalt die Zeitungsredaktionen keine
Verantwortung
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| Kirchgasse: Mit dieser Benennung erscheint die kleine Straße, die von der Blutstraße zur St. Georgenkirche führt, schon 1873 im Wohnungsanzeiger. Die damals vorgeschlagene Bezeichnung Küsterstraße, weil hier das Küsterhaus der Altstadt steht, setzt sich nicht durch. | |||
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| Klassizismus: Das eindrucksvollste Beispiel für den Klassizismus in Parchim war wohl das 1805 errichtete und 1883 abgebrochene Wockertor. Das Aussehen dieses Bauwerkes ist nur noch durch eine Zeichnung und eine Fotografie überliefert. Wohnhäuser, die in ihrer Fassade Elemente des Klassizismus zeigen, kann man hier aber vielfach sehen. Das gilt zum Beispiel für die Häuser Blutstraße Nr.1 und 5/6. In anderen Straßen, besonders in denen der Kreuztorvorstadt, kann man an den Fassaden der Häuser mehrfach in Einzelheiten den Klassizismus erkennen. Wockertor | |||
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| Kleine Kemnadenstraße: Seit 1927 die Benennung der Straße, die am südlichen Ende der Putlitzer Straße nach links abzweigt. Kemnaden ist ein alter Flurname für dieses Gebiet, der aus-drückt, daß die Ackerstücke hier zu Bürgerhäusern gehören. | |||
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| Kleine Wiese: Die Kleine Wiese im Norden der Stadt ist ein verlandeter Teil des Wockersees, der seinerzeit vermutlich in Verbindung mit der Elde steht. Dieser Teil des Sees, der dann auch als Burgteich bezeichnet wird, bildet damals ein Wasserhindernis für den nördlichen Bereich der früheren Parchimer Burg. Der Weg durch die Kleine Wiese wird 1934/35 angelegt. | |||
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| Kohlgärten und Kohldämme: Weißkohl und Grünkohl werden in unserer Gegend schon von alters her angebaut. Bevor die Kartoffel in großen Mengen zur Verfügung steht, ist der Kohl ein wichtiges Nahrungsmittel für die Menschen und ein notwendiges Futtermittel für die Kühe im Winter. Ein Sprichwort lautet daher auch: "De greune Kohl is de drüdde Garv` in de Schüün!" (Der Grünkohl ist die dritte Garbe in der Scheune.) Die frühere Bedeutung des Kohlanbaues kommt auch dadurch zum Ausdruck, daß auf einer 1649 angefertigten Zeichnung Parchims ein Teil der Feldmark vor dem Neuen Tor ausdrücklich als "Kohl Dämme" bezeichnet wird.(Damm bedeutet in diesem Zusammenhang soviel wie Beet.) In dieser Gegend wird auch schon 1487 ein Kohlgrund schriftlich erwähnt. Der Parchimer Rat berichtet um 1600 an den Landesfürsten in Zusammenhang mit der Darstellung der hiesigen Rechten, Statuten und Gebräuchen u.a., daß der Verkauf von Kohlgärten in das Stadtbuch eingetragen werden muß. Titelbild: Darstellung von 1649 | |||
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| Königschuß: Die Parchimer Schützenzünfte feiern seit Jahrhunderten jährlich - allerdings mit jahrzehntelangen Unterbrechungen - den Königschuß. Die Zunftrolle von 1623 legt u.a. fest, das jeder Genosse drei Schüsse hat; und wer den besten Schuß tut, erhält die Ehre und den Namen eines Königs. Der König bekommt vom Rat einen mit dem Stadtwappen verzierten silbernen Löffel und außer einem Königsgeld für die Dauer seines Königsjahres noch Vergünstigungen, wie Befreiung vom Wachegehen, von Einquartierungen, von städtischen Abgaben sowie Mastfreiheit für Schweine im Sonnenberg. (Diese Vergünstigungen werden 1908 durch einen Geldbetrag abgelöst.) Der Königschuß entwickelt sich im Laufe der Zeit zu einem allgemeinen Volksfest. Dieses Fest findet anfangs auf dem heutigen Moltkeplatz und seit 1879 auf den Festplatz im Buchholz statt. In den 20er und 30er Jahren sieht man dann an den Königschußtagen eine große Menge von Menschen, Junge und Alte, zum Festplatz strömen. Auf dem Weg dorthin stehen Leierkasten-männer und lassen ihre Musik ertönen. Der Platz empfängt die Besuchen mit einem Getöse von Blasmusik, Karussellorgeln und Kindertuten. Schon am Eingang zum Festtrubel kann man seine Kräfte beim "Hau den Lukas" messen. Dann sieht man viele Verkaufsstände mit Spielzeug, wie Luftballons, Drehknarren, Tuten, Flöten, Windrädern aus bunten Federn usw., oder Süßigkeiten, wie zum Beispiel Zuckerstangen und aus weicher Zuckermasse geformte "Gummitiere". Vielfach vertreten sind auch Gewinnspiele, bei denen ein Drehstab von dem Spieler in Schwung gesetzt werden muß, und der dann schnarrend über ein Platte kreist und über Gewinn und Verlust ent-scheidet. Vergnügen kann man sich im Wiener Sportrad, in Luftschaukeln, und verschiedenen Karussells, bei denen die Kinder auf Holzpferden reiten können; die Älteren lassen in der Berg- und Talbahn ihr Herz höher schlagen. Die Erwachsenen haben die Gelegenheit, sich in einem der großen Bierzelte zu erfrischen. Bei den vielen Abwechselungen denken die meisten der Besucher des Volksfestes dann wohl kaum noch an den Schützenkönig. | |||
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Konservenfabrik: Die Konservenfabrik nimmt im Mai 1898 den Betrieb auf. Ein Zeitzeuge berichtet in seinem Tagebuch, daß damals 60 Leute angeworben wurden, meistens Frauen und Mädchen. In diesem Betrieb wird dann auch ein Teil Parchimer Spargel-ernte verarbeitet. Nach 1945 erhält dieser Betrieb die Bezeichnung "Elde-Konserven, Marmeladen und Süßwarenindustrie". In den 50er Jahren werden u.a. auch kleine Flöten aus Zuckermasse hergestellt, für die es auf der Leipziger Messe auch Aufträge aus dem Ausland gibt. Mit verschiedenen Veränderungen und Erweiterungen ihrer Erzeugnisse besteht die "Elde" hier bis in die jüngste Vergangenheit. | ||
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