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  Gefangenenfriedhof: Während des Ersten Weltkrieges befindet sich auf einem Gelände in der Nähe der Stadt eines der größten Lager für Kriegsgefangene. Auf dem Lagerfriedhof, der nördlich des Weges nach Damm liegt, werden damals belgische, englische, französische, russische und serbische Soldaten bestattet. Ein Belgier, der hier im Lager war, trägt 1921 die Kosten für die Steineinfassungen der Gräber. Die Angehörigen der westlichen Länder werden in den 20er Jahren exhumiert und in ihre Heimat überführt. Sein jetziges Aussehen erhält die Anlage 1962. Auf beiden Seiten des Platzes liegen jetzt über 600 Grabplatten mit den Namen der Verstorbenen. Ein Denkmal überragt den Platz. Dahinter, fast verdeckt, befindet sich das Grab einer sechszehnjährigen deutschen Krankenschwester. Für die hier verstorbenen 465 deportierten Personen aus der Sowjetunion und andere Opfer des Zweiten Weltkrieges stehen auch würdevolle Gedenksteine in dieser Anlage. 
Kriegsgefangenenlager 



Das Denkmal auf dem                       Gefangenenfriedhof                          

  Geographische Lage Parchims: Die geographische Lage der Stadt bei der St. Georgenkirche ist: Breite 53 Grad 25 Min. 42 Sek., Länge 11 Grad 51 Min 1 Sek.; die höchste Bodenerhebung innerhalb der früheren Stadtmauer ist mit 52 Metern der Platz, auf dem früher die Kapelle zum Heiligen Blut stand (heute Grundstück Blutstraße 3/4).
  Geschwister-Scholl-Straße: Im Wohngebiet Weststadt ist eine Straße nach den 1943 hinge-richteten Geschwistern Sophie und Hans Scholl benannt. Sie sind seinerzeit beide maßgeblich in der
Münchener Widerstandsbewegung "Weiße Rose" gegen den Faschismus tätig.

 

Gesundheitsberg: Der ansteigende Abschnitt der Schweriner Straße zwischen den Abzweigun-gen Voigtsdorfer und Dargelützer Weg hat schon seit dem Ende des vorigen Jahrhunderts die all-gemein verbreitete Bezeichnung Gesundheitsberg. Diese Bezeichnung kommt wohl von der Klein-gartenanlage, die hier vor der Bahnlinie auf der westlichen Seite der Schweriner Chaussee schon seit der Verbreitung der Schrebergartenbewegung, die auf ein gesundes Leben hinzielt, besteht.

  Gillhoff: Johannes Gillhoff (1861 - 1930), Lehrer und Schriftsteller, ist von 1888 bis 1903 in Parchim als Lehrer tätig. Er wohnt während dieser Zeit anfangs in der Schweriner Straße Nr. 7 und dann im Hotel Graf Moltke in der Blutstraße. Gillhoff hat schon früh volkskundliche Überlieferungen gesammelt und die Ergebnisse veröffentlicht. Sein bekannter Roman "Jürnjakob Swehn, der Amerikafahrer" erscheint 1917. Gillhoffs wichtigstes Werk sind aber wohl die "Mecklenburgischen Monatshefte", deren Herausgabe er von 1925 bis zu seinem Tode leitet. Er verstarb nach schwerem Leiden im Parchimer Krankenhaus. Eine Straße im Wohngebiet Brunnenfeld II heißt seit 1994 Gillhoffstraße.
 

Die Loeschersche Grabkapelle

Grabkapellen: Das Geländes des Alten Friedhofes hat ursprünglich die Form eines Achteckes; und zwei sich kreuzende Alleen teilen diese Fläche ein. Eine dieser Alleen führt vom Eingang zur Loescherschen Grabkapelle. Eine Marmortafel an diesem Bauwerk berichtet, daß es von der Stadt für den früheren Bür-germeister I.J. Loescher errichtet wurde. Loescher hat sich seinerzeit sehr für die Anlage dieses Fried-hofes außerhalb der Stadtmauer eingesetzt. Auf halber Strecke kreuzt die zweite Allee, deren Verlauf heute kaum noch zu erkennen ist, den Weg vom Eingang. An den Enden dieser zweiten Allee stehen ebenfalls

  Grabkapellen. In der Richtung zur Omnibushaltestelle ist es die Hähnsche Kapelle. (J.J. Hähn war ein Schuhmacher, der 1807 - 1812 durch Lieferungen an die französischen und mecklenburgischen Truppen ein großes Vermögen erworben hat.) Und gegenüber befindet sich die Hoffmannsche Kapelle. ( I.C.L. Hoffmann hat 1805 die Parchimer Zichorienfabrik gegründet.) Im nordöstlichen Bereich steht noch die Karnatzsche Kapelle. (H.L. Karnatz war ein sehr begüterter Kaufmann.) Alle diese Kapellen stehen heute leer, oder sie dienen als Abstellräume.  
 

Grabkreuz, das von Efeuranken umschlungen ist
Grabkreuz von Efeu umschlungen: In der Nähe der Loescherschen Grabkapelle steht ein altes gußeisernes Grabkreuz, das im Verlauf der Zeit vollständig von daumendicken Efeuranken um-schlungen ist.

Große Stadtschule: Schon 1248 werden in einer überlieferten Urkunde Schulen in Parchim erwähnt; und ein Jahr später wird in einem Dokument aus-drücklich von Schulen in der Altstadt und in der Neustadt berichtet. Es sind die ältesten Urkunden, 
  die auf Schulen in den mecklenburgischen Landen hinweisen. Es handelt sich dabei um Kirchen-schulen, in denen das Erlernen der lateinischen Sprache die wichtigste Aufgabe ist, und es gehört zu ihren Pflichten, daß Schülergruppen beim Gottesdienst, bei Hochzeiten und Beerdigungen als Sänger auftreten. In der Mitte des 16. Jahrhunderts werden die einzelnen Kirchenschulen zur Großen Stadtschule zusammengefaßt und um 1600 in der Kapelle zum Heiligen Blut unterge-bracht. Diese Kapelle wird vor annähernd 200 Jahren abgebrochen, und auf dem Grundstück wird ein neues Schulgebäude errichtet, das heutige Haus Blutstraße Nr. 3/4. Man kann davon ausgehen, daß es während dieser Jahrhunderte noch "Schreibschulen" gibt, welche Kenntnisse vermitteln, die die Kaufleute und auch die Handwerker für ihre tägliche Arbeit benötigen. Die Große Stadtschule hat Höhen und Tiefen in ihrer Wirksamkeit und damit in ihrem Ansehen erlebt; Sie wird 1827 in ein Gymnasium umgewandelt, eine Schule, deren Abschlußzeugnis zum Universitätsstudium berechtigt.      Gebäude der Goetheschule      Schulen in früherer Zeit
  Größerer Stein im Straßenpflaster: Im Schnittpunkt der Mittellinien des Alten Marktes und der Lindenstraße befindet sich auf der Fahrbahn ein größerer und hellerer Stein in dem sonst rötlichen Granitpflaster. Diese Stelle wird als der Mittelpunkt der Stadt angenommen, und von hier aus werden die Entfernungen auf den Chausseen, die heute vielfach Bundesstraßen sind, gemessen.
  Großes Feld: Der Flurname eines der umfangreichen Gebiete, in welche die Parchimer Feldmark von alters her eingeteilt ist. Das Große Feld liegt nordöstlich der Stadt. Seine annähernd keilförmige Fläche wird etwa durch die Lübzer Chaussee, dem Verlauf der früheren Landwehr und der Linie Wockerbach-Ostufer des Wockersees begrenzt.
  Gymnasium:  Gebäude der Goetheschule     Große Stadtschule
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