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| Elde: Die Elde verläuft - ursprünglich mit vielen Windungen - in einem großen Bogen durch den Süden des Landes. Sie kommt aus der Nähe der Südspitze des Plauer Sees, durchfließt die Müritz und weitere Seen und ihr kanalisierter Unterlauf, die Neue Elde, mündet dann nach über 220 Kilometern bei Dömitz in die Elbe. Schon in der Nähe Eldenas verläßt eine Abzweigung, die als Alte Elde bezeichnet wird, den künstlich angelegten heutigen Hauptarm, der 1572 - nach vierjähriger Bauzeit - für die Schiffahrt freigegeben wird. Die Alte Elde vereinigt sich mit der Löcknitz und mündet auch in die Elbe. In überlieferten Urkunden kommt die Elde schon 946 vor; sie wird hier als Teil des Grenzverlaufes des Bistums Havelberg genannt. In diesem Zusammenhang wird sie dann in Urkunden der folgenden Jahrhunderte noch vielfach angeführt. Dabei wird das Gelände auf dem linken Flußufer teilweise dem Bistum Havelberg und auch dem Bistum Schwerin zugesprochen. Die Elde fließt mit zwei Flußarmen durch Parchim. (Der Wasserlauf, der die Parchimer Neustadt südlich umgeht, ist ein um 1240 ausgehobener Stadtgraben, der das Gebiet hier trocken legte). Schon seit Jahrhunderten wird daran gearbeitet, die Elde zu begradigen und zu kanalisieren, denn sie ist bis in die jüngste Vergangenheit eine wichtige Wasserstraße, auf der Frachtkähnen viele Güter und Waren befördern. Der begradigte Flußverlauf wird heute als Müritz - Elde - Wasserstraße bezeichnet. | |||
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| Eldestraße: Seit 1922 die Benennung der zweiten Straße, die - von den Bahnschranken aus gesehen - vom Dammer Weg nach rechts abzweigt. | |||
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| Elektriztätsanschluß in Parchim: Parchim wird am 3.3.1922 an das Leitungsnetz der Mecklenburg-Schwerinschen Landes-Elektrizitätswerke angeschlossen. Die Zuleitungen zu den Häusern in den Hauptstraßen werden als Erdkabel und in den Nebenstraßen als Freileitungen verlegt. Einige der Betonmasten für Freileitungen sieht man heute noch im Stadtbild - zum Beispiel in der Fichtestraße -. Auf dem Hindenburgplatz, so wird damals die Fläche vor der Einmündung der Ziegendorfer Chaussee in das Stadtgebiet genannt, entsteht das zentrale Umspannwerk und in der Stadt werden noch drei weitere Transformatorenhäuser gebaut. Schon seit 1921 werden in Wohnhäusern die entsprechenden Leitungen verlegt; dabei kommt es zu heftigen Auseinandersetzungen der hiesigen Handwerksmeister mit einem großen auswärtigen Elektrobetrieb, der hier auch tätig ist. Am 6. Mai 1922 findet die Lichtfestfeier statt. | |||
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Embleme am Turm des Postgebäudes: Das von Säulen flankierte Turmportal des Postgebäudes ist ursprünglich der Haupteingang. Der achteckige Turm über dem Portal wird u. a. duch Fenster gegliedert und oben durch eine gewölbte Haube abgeschlossen. Unter der oberen Fensterreihe befinden sich drei aus Sandstein herausgearbeitete Embleme. Auf der Seite zur Blutstraße ist ein Posthorn und zum Schuhmarkt hin ein Bündel mit gezackten Pfeilen ( als Symbol für die Telegrafie ) zu sehen. Dazwischen ist das 1997 |
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| erneuerte das Emblem der ehemaligen Kaiserlichen Post zu erkennen. Postgebäude | |||
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Engel: Johann
Jakob Engel, Philosoph und Schriftsteller, ( 1741 - 1802 ) ist in
Parchim in einem 1810/11 abgebrochen Fachwerkhaus geboren, das
seinerzeit auf dem Platz des heutigen Gebäudes der
Landessuperintendentur steht. Er verstirbt während eines Besuches in
dem Haus seiner Mutter - Hakenstraße 5 -. Mit großem Gefolge wird er
im Grabgewölbe der St. Georgenkirche bestattet. "In Trauer
gekleidete Jungfrauen streuten weiße Rosen in seine Gruft."
berichtet ein Zeitgenosse.( Das Grabgewölbe befindet sich unter dem
nördlichen Anbau der Kirche, es ist heute zugeschüttet, ) Engels wirkt
zu seiner Zeit für die Ideen der Aufklärung; er ist in Berlin u.a. als
Prinzenerzieher und Theaterdirektor tätig. Neben anderen Werken
schreibt er mit "Herr Lorenz Stark" den ersten bedeutenden
deutschen Familienroman. Hier schildert er im Rahmen von Parchimer
Verhältnissen eine Persönlichkeit, die Züge seines Großvaters, eines
hiesigen Kaufmannes, trägt. Die erste Straße, die von der
Lindenstraße - vom Alten Markt aus gesehen - in Richtung zur St.
Georgenkirche nach rechts abzweigt, heißt seit 1996
Johann-Jakob-Engel-Straße. Gebäude der Landessuperintendentur |
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| Engerer Ausschuß: Die mecklenburgischen Stände, das sind die Ritterschaft (die "eigenthümlichen Besitzer der landtagsfähigen Rittergüter") und die Landschaft (die "Obrigkeit der Städte") bilden 1622 als ständige Einrichtung den Engeren Ausschuß. Der Anlaß zur Bildung dieser Einrichtung ist, die Schuldenlast der Herzöge zu tilgen. Aber der Engere Ausschuß nimmt im weiteren Verlauf der Geschichte Mecklenburgs einen großen Einfluß auf die gesamten Geschicke des Landes. Der Erste Bürgermeister Parchims vertritt die Städte des Mecklenburgischen Kreises in diesem Gremium. (Deshalb hat Parchim früher auch immer zwei Bürgermeister.) Am 13.11.1918 wird die Tätigkeit des Engeren Ausschusses für beendet erklärt. Kreise - landständische Einteilung | |||
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| Epsteinsgang: Der schmale Gang, der zwischen dem Haus Lange Straße Nr.42 - in dem um die Jahrhundertwende eine Familie Epstein wohnt - und dem Eckhaus zur Bleicherstraße hinunter zum Papiermachergraben führt, wird im Volksmund Epsteinsgang genannt. Der Wasserlauf, zu dem der Gang führt, ist der Rest des einstigen Burggrabens, der die südliche und östliche Seite des mittelalterlichen Burgwalles sicherte. Auf dem heutigen Gang verläuft früher ein Zugang zur Burg, der über den damals wesentlich breiteren Graben führt. Papiermachergraben | |||
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![]() Das Gebäude des Parchimer Landratsamtes |
Errichtung des Gebäudes des Landratsamtes: Das Gebäude des Landratsamtes wird 1935/36 nach Plänen des damals bekannten Architekten P.Schultze-Naumburg auf dem Gelände einer früheren Sägemühle errichtet. Das als Ziegelrohbau ausgeführte Gebäude am Moltkeplatz wird im wesentlichen von hiesigen Handwerksbetrieben errichtet. Da diese Betriebe damals noch kaum über Maschinen verfügen, werden alle Arbeiten mit Muskelkraft ausgeführt. So wird die große und tiefe Baugrube mit Schaufel und Spaten | ||
| ausgehoben und der
Erdboden mit Pferdewagen - teilweise vierspännig - fortgeschafft. Der
Mörtel wird zum großen Teil durch Umschaufeln von Kies mit Kalk oder
Zement gemischt. Und der Mörtel und auch die Ziegel werden von den "Handlangern"
huckepack auf den oft langen Wegen teilweise über Leitern zu den auf
Holzgerüsten arbeitenden Maurern gebracht. Diese fordern durch lautes
rufen "Kasten Kalk!" oder "Emmer Waarer!" dieses
Material an. Die Ziegel stammen aus der Spornitzer Ziegelei; sie werden
mit Pferdefuhrwerken zur Baustelle nach Parchim gebracht. Alle Arbeiten
werden mit großer Sorgfalt ausgeführt. Dafür sorgen auch der
Bauleiter, ein Vertrauensmann des Architekten, und die Poliere der drei
Parchimer Baubetriebe, die hier arbeiten. Dampfsägemühle Schultze-Naumburg |
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| Erste Schreibmaschine für das Rathaus: Die erste Schreibmachine für das Rathaus wird 1903, mit Genehmigung des Bürgerausschusses, erworben. Eine zweite Maschine kommt 1911 hinzu. Ein Vervielfältigungsapparat wird 1921 durch die Stadtverordnetenversammlung genehmigt. Für die Polizeiwachmeister wird 1922 ein Dienstrad angeschafft. | |||
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| Erstes Motordreirad: Im Mai 1899 erwirbt als erster Parchimer, ein Rechtsanwalt, ein Motordreirad. Im gleichen Jahr notiert ein hiesiger Tagebuchschreiber "Der Motorbetrieb bürgert sich immer mehr ein!" Denn ein Schlachter und ein Tischler aus der Stadt beschaffen sich jeweils einen Motor als Antriebsmaschine | |||
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![]() Die Linden auf dem Eulenberg - um 1900 |
Eulenberg: Der Hang, der vom Grundstück der beiden Häuser Flörkestraße Nr. 44 und 44a zum Moltkeplatz und zur Cordesiusstraße abfällt, hat im Volksmund die Bezeichnung Eulenberg. In den beiden mächtigen etwa 30 Meter hohen Winterlinden, die hier bis vor einigen Jahrzehnten stehen, halten sich wohl häufig Käuze auf. Die Sage berichtet, daß sich auf dem Eulenberg einstmals zwei junge Mönche des naheliegenden Klosters mit Mädchen aus der Stadt getroffen haben. Dieses wurde der Klosterobrigkeit bekannt. Die beiden Mönche wurden bei einem | ||
| weiteren Treffen überrascht und dann an Ort und Stelle bei lebendigem Leib hier in einer Höhle eingemauert. Einige wollen das Wehklagen der Mönche des Nachts noch hören können. | |||
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| Eximierte: Bis zur Einführung der Mecklenburgischen Städteordnung 1919 gibt es in Parchim Bürger, Einwohner und Eximierte (eximieren bedeutet befreien, hier von bestimmten Abgaben und von der städtischen Gerichtsbarkeit). Zu den Eximierten rechnet man - wie ein Chronist 1859 schreibt - die "einen höheren Bildungsstand durch ein Universitätsstudium erreicht haben, sowie deren Frauen und Töchter, so lange sie nicht durch die Verheirathung an einen nicht eximierten Mann den bisherigen Stand aufgeben". Außerdem gehören zu den Eximierten die Adeligen und die höheren Landesbediensteten. Bürger und Einwohner | |||
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