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  Denkmal für die Gefallenen des Krieges von 1870/71: Das Denkmal für die Gefallenen des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71 wird im November 1896 enthüllt. Es besteht aus rötlichen Granitblöcken. In dem Block, der den Obelisken trägt, ist eine Widmung eingemeißelt. Auf den Seiten befinden sich Bronzetafeln mit 35 Namen der im Kriege Gefallenen aus der Stadt Parchim, den Kämmereidörfern und des Parchimer Dragonerregimentes. Im Granitblock befindet sich ein verlöteter Zinkkasten mit Dokumenten aus dieser Zeit. Ursprünglich steht das Denkmal auf dem Platz zwischen der St. Georgenkirche und dem Rathaus. Um Baufreiheit für das neue Gebäude der Stadtsparkasse zu schaffen, wird das Denkmal Anfang der 30er Jahre in die kleine Grünanlage bei der Abzweigung der Lübzer von der Fritz-Reuter-Straße verlegt. 



Das Denkmal                    
auf seinem heutigen Platz       .

  Douglasien: Die Douglasien im Sonnenberg besitzen eine gewisse Berühmtheit. Diese aus Amerika stammende Baumart wird erstmalig vor rund 120 Jahren hier angepflanzt. Sie ist
  schnellwüchsig, und ihr Holz ist vielfältig zu verwenden. Die ältesten dieser Bäume haben hier inzwischen eine Höhe von über 50 Metern erreicht. Forstleute erklären, daß die Parchimer Douglasienbestände zu den ertragreichsten in Mitteleuropa zählen. Eine bundesweit bekannte Persönlichkeit äußert einmal in einem Gespräch mit einem Parchimer, daß er vor gut einem Jahrzehnt diese Stadt besucht hat, und dort hat er auch irgend etwas Besonderes gesehen hat. Nach einer Weile erinnert er sich, daß dieses die Parchimer Douglasien gewesen sind.    Aussichtsturm
 

Parade der Dragoner auf dem Schuhmarkt 1906
Dragoner: Im Oktober 1867 nimmt das II. Großherzoglich-Mecklenburgische Dragonerregiment Nr.18 in Parchim Garnison. Dieses Regiment wird auf Grund eines Beschlusses des Reichstages des Nord-deutschen Bundes in Mecklenburg neu aufgestellt. (Die "II" bezieht sich auf die mecklenburgische Zählung, und die "18" ergibt sich aus der Eingliederung in die preußische Armee.) Die Großherzogin Alexandra ist seit 1904 die Chefin des Regiments. Dieses ist ein Ehrentitel ohne Befehlsgewalt; aber er gibt dem Regiment sein Emblem: das A mit einer Krone. Das
  Vorhandensein des Dragonerregiments wirkt sich in vielfältiger Weise auf das Leben in der Stadt aus. Über die menschlichen Beziehungen hinaus ist das Regiment auf manche Art mit dem wirtschaftlichen und kulturellen Leben in der Stadt verbunden. Die Parchimer Dragoner nehmen an den Kriegen von 1870/71 und 1914/18 teil. Im Januar 1919 kehren die Schwadronen in ihre Garnison zurück, und am 1.Mai wird das Regiment aufgelöst.
  Dragonerdenkmal: Im Juni 1922 wird in den Wallanlagen, dort wo sie von der Lindenstraße durchschnitten werden, das Denkmal zur Erinnerung an die im Ersten Weltkrieg Gefallenen des Parchimer Dragonerregimentes eingeweiht. Es ist ein einfacher Obelisk aus rötlichem Granit. Er hat ursprünglich als schlichten Schmuck ein aus weißem Marmor ausgeführtes Regimentsemblem . Auf dem Obelisk sind die Namen von über 180 Gefallenen des Regiments eingemeißelt.
  Dreifelderwirtschaft: Bis zum Beginn unseres Jahrhunderts ist auf dem größten Teil der Parchimer Feldmark die Dreifelderwirtschaft verbindlich vorgeschrieben. Bei dieser Wirtschaftform wird jährlich ein Drittel des Ackerlandes (oder ein Teil davon) mit Winterkorn und im nächsten Jahr mit Sommerkorn bestellt; im folgenden Jahr liegt dieses Feldstück dann brach. Da die Äcker im Gemenge liegen, besteht außerdem Flurzwang, d.h. die Feldarbeiten, wie pflügen, säen und ernten müssen von allen Besitzern der einzelnen Feldstücke gleichzeitig durchgeführt werden. Um die Wende zum vorigen Jahrhundert wird die Dreifelderwirtschaft dadurch ergänzt, daß auf den Brach-flächen u.a. Kartoffeln angebaut werden; aber auch dieses wird in der "Saat-Roulance" verbindlich vorgeschrieben. Die Dreifelderwirtschaft, die rund 700 Jahre in dieser Landschaft üblich war, wird 1900 nach mehr-jährigen heftigen Diskussionen im Bürgerausschuß - nach einer Abstimmung mit einer Stimme Mehrheit - auf der städtischen Feldmark aufgehoben, und die freie Feldwirtschaft wird eingeführt.     Kartoffelanbau
  Dreißigjähriger Krieg: Im Verlauf des Großen Krieges von 1618 - 1648 wird Parchim über fünfunddreißigmal von Truppen durchzogen oder besetzt. In ihren Forderungen in bezug auf Furage und Kontributionen, die oft zu Plünderungen werden, unterscheiden sich dabei befreundete und feindliche Truppen kaum voneinander. Besonders schlimm wirkt es sich hier aus, daß in den letzten Kriegsjahren die Frontlinie in dieser Gegend mehrfach hin und her wogt. Und in dieser Zeit verrohen die Sitten - wenn es überhaupt noch möglich ist - weiter. Der Parchimer Chronist M. Cordesius, der noch mit Zeitzeugen sprechen kann, schreibt 1670 :"...was der Krieg verzehret... wodurch die Bürgerschafft sehr geschwächet/ Kirchen und Schulen verwüstet/ die Mauren eingefallen/ die Häuser ruiniret und verdorben seyn/ daß kaum die Helffte mehr bestehen blieben. Wunder daß durch solche Fluten und Stürme die Stadt nicht gantz in Grund gerißen worden."
Wallensteinschanze
  Dreiunddreißiger Gilde: Nach einer schriftlich nicht belegten Überlieferung sollen sich Mitte des 14. Jahrhunderts, während der Schwarze Tod, die bösartige Pest, in Europa wütete, in Parchim 33 Bürger vereinigt haben, um die Pesttoten zu beerdigen. Diese Vereinigung erhält vom Rat der Stadt bestätigte Rechte, und sie erwirbt im Laufe der Zeit ein beträchtliches Vermögen. Die Stadtarmen erhalten damals zur Fastenzeit von der Gilde für zwei Gulden Brot und Hering, und im übrigen werden die Einkünfte "mit Essen und Trinken.... in guter Freundschaft verzehret". Seit Anfang des vorigen Jahrhunderts tragen die Gildemitglieder bei ihren Veranstaltungen Uniformen. Nach einigen Änderungen besteht diese zuletzt aus einem hellgrünen Rock, einer schwarzen Hose, einem Zweispitz und militärischen Zutaten. Die Dreiunddreißiger Gilde in Parchim, die älteste Gilde in Mecklenburg, besteht bis 1945.
  Dütsch`n: bedeutet soviel wie deutscher Kaffee. Damit ist besonders das in der einstigen Parchimer Zichorienfabrik hergestellte Erzeugnis gemeint, mit dem ein kaffeeähnliches Getränk hergestellt werden kann. In weiten Kreisen der mecklenburgischen Bevölkerung wird früher mit dem Dütsch`n aus Parchim das Alletagegetränk hergestellt, dem bei besonderen Ereignissen auch wohl einige Kaffeebohnen beigegeben werden.     Zichorienfabrik
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