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Blechschilder: Kurz nach der Wende zum vorigen Jahrhundert ordnet die Landesregierung an, daß die großen Städte ihren Straßen feste Namen geben und diese auf Blechschildern anbringen sollen. Etwa fünfundzwanzig Jahre später geht der hiesige Magistrat daran, diese Aufgabe zu verwirklichen. Ein Parchimer Chronist stellt dann 1858 fest: "Alle Straßen haben eigene Namen, die an den Ecken angeschlagen sind." Straßenschilder |
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| Bleicherberg: Der Bleicherberg im Norden der Stadt ist die Ruine des rasenbestandenen Erd-walles der slawischen Burg Parchim, die 1170 urkundlich erwähnt wird. Diese Burg wird im Verlauf des 14. Jahrhunderts aufgegeben. Zu dem mit Gras bewachsenen Rest des Walles bringen die hiesigen Weber und Hausfrauen während der folgenden Jahrhunderte die von ihnen gewebten Leinentücher zum Bleichen. Dazu werden diese auf dem Rasen ausgebreitet, mit Wasser besprengt und dem Sonnenlicht ausgesetzt (Rasenbleiche). Die Aufsicht hierbei hat der Bleicher, der in einem kleinen Haus auf dem Berg wohnt. Dieses Haus wird 1910 abgerissen. | |||
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| Bleicherstraße: Seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts die Benennung der Straße, die von der Langen Straße zum nördlichen Verlauf der früheren Stadtmauer und zum Bleicherberg führt. In der Mauer befindet sich seiner Zeit eine Pforte, damit die Weber ihre Leinentücher zum Bleicherberg bringen können. Weil diese Pforte, die Bleicherpforte, dann auch zum ungesetzlichen Einbringen von Handelsgütern in die Stadt benutzt wird - an den drei Stadttoren wird ja bis 1863 Akzise auf eingeführte Waren erhoben -, läßt der Magistrat sie zeitweise wieder zumauern. | |||
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| Bleichertannenweg: Die Bennung einer Straße im Gewerbegebiet Möderitzer Weg. In der Nähe befinden sich die Bleicher Tannen. Dieses ist ein nach der Jahrhundertwende mit Kiefern aufge-forstetes Waldgebiet am rechten Eldeufer. | |||
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| Blitzableiter: Auf dem Dach der Häuser Lange Straße Nr. 24 und Schuhmarkt Nr.6 ist noch jeweils ein alter büschelförmiger Blitzableiter zu sehen. Derartige Vorrichtungen sind auch auf Bildern von der Blutstraße, die um 1850 entstehen, zu erkennen. |
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| Blutstraße: Seit 1829 die "amtliche" Benennung der Straße zwischen dem Mühlenberg und der Langen Straße. Dieser Name ist im Zusammenhang mit der schon 1397 urkundlich erwähnten Kapelle zum Heiligen Blut zu sehen. Von 1952-1990 heißt diese Straße Philipp-Müller-Straße. Kapelle zum Heiligen Blut | |||
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| Boesch: Mit Johannes Boesch, Lehrer, (1834 - 1903) beginnt die neuere Parchimer Heimatgeschichtsschreibung. Er verfaßt für die jährlichen Berichte der städtischen Mittel- und Elementar-schulen u.a. die Aufsätze "Parchim in seiner ersten Entwickelung" und "Parchim vor 200 Jahren (nach einem alten Bilde)". Mit dieser Arbeit veröffentlicht er die Zeichnung "Parchim inwendig undt außwendig", die durch ihre Wirklichkeitsnähe für die hiesige Geschichtsbetrachtung von großer Bedeutung ist. Das Original dieser Zeichnung gilt schon Anfang der zwanziger Jahre als | |||
| verschollen. Dieses Bild ist nur durch die von J.Boesch veranlaßte Wiedergabe überliefert. Parchimer Stadtansichten | |||
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Branntweinbrennerei:
Während der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts ist die
Branntwein-brennerei in Parchim ein wichtiger Wirtschaftszweig, der einen
bedeutenden Ausfuhrartikel erzeugt. Es werden hier um 1840 von elf
"Brannteweinbrennern etwa 3000 Oxhoft (1 Oxhoft entspricht etwa 216
Liter) anerkannt vorzüglichen Spiritus jährlich gebrannt." Es
wird im wesentlichen Kar-toffel-Branntwein hergestellt. Nach
zeitgenössischen Angaben werden allein von einer Brennerei täglich 106
Scheffel Kartoffel (etwa 4620 kg) verarbeitet, die über 5 Oxhoft
Branntwein liefern. Die Brennereirückstände werden für die "Viehmastung" verwendet. Brennereigang Kartoffelanbau |
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| Bratenstraße: Bevor es "amtliche" Straßennamen gibt, wird die heutige Blutstraße im Volksmund auch als Bratenstraße bezeichnet, wohl weil hier Leute wohnen, die sich öfter einen Braten leisten können. Diese Bezeichnung wird allgemein verstanden, denn in der Parchimschen Zeitung wird 1819 ein Haus "in der Bratenstraße grade gegen dem Markt, und mithin in der besten Gegend der Stadt" zum Kauf angeboten. Es handelt sich um das Haus mit dem Krüppelwalmdach gegenüber dem Schuhmarkt, das in den zwanziger Jahren durch einen Zwischenbau mit dem Nachbarhaus verbunden wird. | |||
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![]() der Breite Stein im Sonnenberg |
Breiter Stein:
Der Breite Stein ist der größte an der Oberfläche liegende Findling
im Sonnenberg. Er ragt etwa mannshoch aus dem Boden hervor, und sein
Volumen wird auf 12 bis 13 m³ geschätzt. Die Find-linge sind mit den
Gletschern der Eiszeit in unsere Gegend gekommen. Die Sage berichtet
aber, daß der Breite Stein ein versteinerter Brautwagen ist; und daß
die beiden kleineren Blöcke die dazugehörigen Pferde sind. Diese
Verwandlung erfolgte auf Bitten der Braut, die mit dem ungeliebten
Bräutigam nicht leben wollte. ( Zwei ursprünglich vorhandene "versteinerte Hunde" |
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| werden 1905/07 beim Bau der Chaussee nach Ziegendorf zu Schotter verarbeitet.) Oben auf dem Findling befindet sich eine muldenartige Vertiefung. Es ist auch die Vermutung ausgesprochen worden, daß diese Aushöhlung in urgeschichtlicher Zeit bei kultischen Handlungen als Opferschale gedient hat. | |||
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